West-Welle im Schwarzwald

Drei Tage steht die Welle! Fr. 13.11. – So. 15.11.

Nachdem ich alle Wetterberichte drei mal vor und rückwärts durchgekaut hatte riskierte ich es am Freitag zu starten. Bereits der Weg zum Flugplatz wurde mit einem wunderschönen Sonnenaufgang über dem morgendlichen Dunst in den Tälern belohnt.

20151113_075541_by Chris Hiller

Auf dem Flugplatz angekommen der erste kurze schreck. Windstille – Aber das war unter der dicken Inversion ja total normal. Also Flieger aufbauen und die schön geformten und vom Wind bewegten Wolken bestaunen.

IMG_1609_by Chris Hiller

Dann ging es los, Start: 10:10, eine Stunde später als geplant. Aber das war auch gut so. Es ist ein mulmiges Gefühl wenn man das erste mal hinter der Schleppmaschine hängt und weiß, dass man eigentlich kaum eine Ahnung hat, aber es ja irgendwie gehen muss. Doch bereits die Aussicht im Schlepp war phänomenal. Die Farben,Wolkenkonturen und Schatten bei der tiefstehenden Sonne waren einzigartig. Im Steigflug ging es immer weiter in den Schwarzwald. – Aber immer noch kein erhöhtes Steigen. In 2800m habe ich bei Musbach schließlich das Seil ausgeklinkt und bin die erste Wolke über mir angeflogen – ohne erfolg. „Mist“, dachte ich mir. Laut RASP-Karte waren wir schon mindestens durch ein Aufwindgebiet durchgeflogen, aber das hat sich auch nicht bemerkbar gemacht. Also ging es weiter ins Murgtal, wo nach Erfahrungsberichten oft ein Einstieg möglich ist. In der Tat stand dort eine Stauwolke über einem Bergkamm, die kurz dahinter wie abgerissen war. (Links oben im Bild) Leeseitig hat sich dann wieder von unten her eine Wolke gebildet. (Hier rechts unten im Bild)

DCIM106GOPRO

„Das muss es sein“, kombinierte ich und machte mich auf den Weg. Dabei ging mein Vario deutlich in den Keller: -3m/s waren angesagt. Kurz vor der Wolkenlücke angekommen fing es an zu tragen. 0 bis 0,2m/s zu Beginn, später bis 0,7m/s. „Geschafft!“, meldete ich Clemens nach Poltringen, der sich nun direkt zu mir schleppen ließ. Die ersten Meter waren mühsam, aber dann ging es stetig bis FL100. Über Langen Information und Stuttgart Radar bekamen wir binnen 5 Minuten eine Höhenfreigabe für den Wellensektor bis FL140. In 3700m war allerdings schluss.

IMG_1650_by Chris Hiller

IMG_1639_by Chris Hiller

Leider mussten wir schon bald wieder absteigen. Die mittelhohe Schicht war sehr feucht und deshalb bildeten sich allmählich 8/8. Ein wunderbarer Flug!

PS: Die anderen Tage hatte ich leider keine Zeit, sonst hätte ich es sicher noch mal versucht.

Danke an Heike für den Schirm, Erwin fürs Schleppen, Rainer und Holger für die Tipps sowie Engelbert und Laurin fürs helfen!

Hier gibt es jetzt noch das Video:
[youtube https://youtu.be/PCpm0uFoJt0]

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